4. Rehabilitation von Patienten mit Mammakarzinom
Autor: R. Schröck
Letzte Änderung:
15.10.2009
Die Brustkrebserkrankung ist mit geschätzten 57.200 Neuerkrankungen/Jahr in Deutschland die häufigste Krebserkrankung von Frauen (lt. Dachdokumentation RKI 2004). Sie kommt allerdings im Verhältnis 1/100 auch bei Männern vor.
Nach zumeist multimodal erfolgter Primärtherapie kommt es neben funktionellen Einschränkungen insbesondere im Schulter-Armbereich, Schmerzen im Nacken und Brustkorb, Lymphödem sowie zu reduzierter körperliche Leistungsfähigkeit, Müdigkeits-Syndrom, vegetative Beschwerden und je nach Art der Chemotherapie zu peripheren neuropathischen Beeinträchtigungen. Dies führt wie auch Probleme in der Krankheitsbewältigung häufig zu Beeinträchtigung der Teilhabe im bisherigen beruflichen, privaten und sozialen Leben.
Die Behandlung berücksischtigt die Beschwerden der Patienten aufgrund einer ggf. vorliegenden Multimorbididät, wie auch die Experten-Leitlinie der DRV [Schröck R 2000] durch ausreichende Verordnung und Durchführung notwendiger Therapieleistungen mit geeigneter Therapiefrequenz, um das mit den Patientinnen verabredete Rehabilitationsziel erreichbar werden lassen. Dies umfasst: Physiotherapie, Lymphödem-Therapie, Entspannungsverfahren, Sport- und Bewegungstherapie, Psychoonkologische Interventionen, Schulungen, Informations-/Motivationsveranstaltungen, Ernährungsschulungen, Sozialberatung, berufliche Integrationsmaßnahmen, Ergotherapie/Kreativtherapien, ggf. manuelle (Massage-) Therapien.
Die im Rehabilitationsplan festgelegten Therapien werden über klinikinterne Instanzen der Therapiesteuerung in wöchentlichen Verlaufskontrollen evaluiert und ggf. modifiziert. Bei besonderen Problemlagen erfolgen interdisziplinäre Fallkonferenzen.
Im Rahmen der ärztlichen Abschlussuntersuchen werden messbare Ergebnisparameter wie Verminderung von Lymphödemen und Verbesserung der Schulter-Armbeweglichkeit oder Schmerzverminderung dokumentiert und eine evtl. noch weiter vorhandene Teilhabestörung dargestellt und in einem sozialmedizinischen Gutachten des Abschlussberichts in ihrer Auswirkung und Prognose erläutert. Durch geeignete rehabilitative Empfehlungen wie Teilnahme an ambulanten Krebssportgruppen, Selbsthilfegruppen oder auch bei Notwendigkeit Fortsetzung psychoonkologischer oder sozialer Betreuung wird die Integration in das soziale und berufliche Leben gefördert und soll ein dauerhafter Reha-Erfolg gewährleistet werden.
Weiterführende Informationen:
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Tumorzentrum München.
Manual Mammakarzinome. Empfehlungen zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge
Zuckschwerdt Verlag 2007
http://tumorzentrum-muenchen.de/aerztebereich/manuale/manual/12.html
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Schröck R. et. al.
Rehabilitation von Patientinnen mit Mammakarzinom.
Onkologe 2000;6:15-27
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Weis J, Domann, U.
Interventionen in der Rehabilitation von Mammakarzinompatientinnen.
Rehabilitation 2006;45:129-145. PMID:16755432
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