7. Rehabilitation von Patienten mit Tumoren des weiblichen Genitale
Autor: R. Schröck
Letzte Änderung:
15.10.2009
Bösartige Tumore im weiblichen Genitalbereich betreffen am häufigsten Gebärmutter (11.700/Jahr Ersterkrankungen in Deutschland 2004), Eierstöcke (9.660/Jahr), Gebärmutterhals (6.200/Jahr) und das äußere Genitale (keine Angaben im Dachregister des Robert-Koch-Instituts (RKI).
Die zumeist multimodal (Radikaloperation, Strahlentherapie, ggf. Chemotherapie) erfolgende Primärtherapie führt häufig zu Behandlungsfolgestörungen, die zu entsprechendem Rehabilitationsbedarf führen: Neben funktionellen Störungen insbesondere im Blasen- und Darmbereich oder Lymphödem der Beine oder des Unterbauchs sind dies reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit, Müdigkeits-Syndrom, vegetative und sexuelle Beschwerden und nach Chemotherapie periphere neuropathische Beschwerden. Diese Probleme wie auch Probleme mangelnder Krankheitsbewältigung führen häufig zur Beeinträchtigung der Teilhabe im bisherigen beruflichen und sozialen Leben.
Die Behandlung berücksichtigt die Beschwerden einer ggf. vorliegenden Multimorbididät durch ausreichende Verordnung und Durchführung notwendiger Therapieleistungen mit geeigneter Therapiefrequenz, um das mit den Patientinnen verabredete Rehabilitationsziel zu erreichen. Typische Behandlungen, die in allen dafür spezialisierten Rehabilitationskliniken der DRV und GKV zur Verfügung stehen sind hierfür: Physiotherapie in Form von besonderer Beckenbodentraining, Lymphödem-Therapie, Entspannungs-Verfahren, Sport- und Bewegungstherapie, Psychoonkologische Interventionen, Sexualberatung, Schulungen, Informations-/Motivations-Veranstaltungen, Ernährungsschulungen, Sozialberatung, berufliche Integrations-Maßnahmen, Ergotherapie/Kreativtherapien, ggf. manuelle (Massage-) Therapien.
Die im Rehabilitationsplan festgelegten Therapien werden über klinikinterne Instanzen der Therapiesteuerung in wöchentlichen Verlaufskontrollen evaluiert und ggf. modifiziert. Bei besonderen Problemlagen erfolgen interdisziplinäre Fallkonferenzen.
Im Rahmen der ärztlichen Abschluss-Untersuchen werden messbare Ergebnisparameter wie Verminderung von Lymphödemen und Verminderung der Harninkontinenz oder von Schmerzen dokumentiert, eine evtl. noch weiter vorhandene Teilhabestörung dargestellt und in einem sozialmedizinischen Gutachten des Abschlussberichts in ihrer Auswirkung und Prognose erläutert. Durch geeignete rehabilitative Empfehlungen wie Teilnahme an ambulanten Krebssportgruppen, Selbsthilfegruppen oder auch bei Notwendigkeit Fortsetzung psychoonkologischer oder sozialer Betreuung wird die Integration in das soziale und berufliche Leben gefördert und soll ein dauerhafter Reha-Erfolg gewährleistet werden.
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