10. c) Psychoonkologische Folgeprobleme und Belastungen
Autor: J. Weis
Letzte Änderung:
15.10.2009
Psychoonkologische Diagnostik und Behandlung sind wesentliche Teilaspekte der onkologischen Rehabilitation. Basis des psychoonkologischen Behandlungskonzeptes in der Rehabilitation ist die Auffassung der Krebserkrankung als ein die verschiedenen Lebensbereiche des Menschen umfassendes kritisches Lebensereignis im Sinne eines bio-psycho-sozialen Krankheitsmodells. Die Erkrankung und ihre Behandlung ziehen verschiedene Folgeprobleme im Bereich der körperlichen, psychischen und sozialen Funktionen nach sich und erfordern Adaptationsprozesse des betroffenen Individuums. Die psychoonkologische Behandlungskonzeption in der Rehabilitation orientiert sich an den Grundlagen wissenschaftlich begründeter Evidenz und baut auf den Erkenntnissen der psychoonkologischen Forschung in den Bereichen der Diagnostik, Interventionen, Lebensqualität und Krankheitsverarbeitung auf.
Die übergeordneten Ziele der psychoonkologischen Betreuung sind die Verbesserung der seelischen Befindlichkeit und Krankheitsverarbeitung, die Stärkung der eigenen Ressourcen, die Förderung der Gesundheit, Kreativität und der Selbsthilfe. Neben der Reduzierung von psychosozialen Belastungen und der Förderung der Krankheitsverarbeitung unter Einbeziehung der individuellen, familiären sowie sozialen Ressourcen steht die Behandlung krebsspezifischer Folgeprobleme wie Angst, Depression, Schmerz oder Fatigue im Vordergrund. Die psychoonkologischen Unterstützungsangebote zielen daher auch auf die Erhaltung oder Wiederherstellung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.
Die psychotherapeutische Arbeit mit Krebspatienten ist dem Ansatz einer supportiven Psychotherapie verpflichtet und umfasst ein breites Spektrum von verschiedenen Therapiemethoden. Psychoonkologische Interventionen umfassen psychologische Therapieangebote, Künstlerische Therapieformen, Ergotherapie, Sozialberatung, Klinikseelsorge, Schulungs- und Informationsveranstaltungen sowie Vorträge. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller an der Rehabilitation beteiligten Berufsgruppen und deren regelmäßiger Austausch sowie Koordination in der Festlegung der Rehabilitationsziele, der Therapieplanung, Begleitung des Rehabilitationsprozesses sowie der Erfolgsbeurteilung sind wesentliche Aufgaben.
Weiterführende Informationen:
Arbeitsgemeinschaft Psychoonkologie PSO der Deutschen Krebsgesellschaft
www.pso-ag.de
Deutsche Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Onkologie e.V.
www.dapo-ev.de
Weiterbildung Psychoonkologie e.V.
www.wpo-ev.de
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